Das Leiden der Amateur-Personenfotografen
Das Leiden der Amateur-Fotografen speziell im Bereich der Personenfotografie ist und bleibt das Model. Man ist abhängig von anderen Leuten und ist ständig auf der Suche nach neuen Gesichtern, die es sich abzulichten lohnt.
Dabei ist es eigentlich eine Einstellungssache. Man könnte ja auch diverse Ideen mit ein und der selben Person umsetzen, oder? Das stimmt schon! Wenn man die Ideen und Assecoires hat, um diese ganzen Ideen über die üblichen, natürlich anmutenden Fotos hinaus machen zu können.
Jeder andere Bereich der Fotografie erscheint auf den ersten Blick leichter. Sei es die Landschafts-, Architektur- oder Sportfotografie. Natürlich bringt auch da jeder Bereich neue Herausforderungen in Puncto “Gelegenheit” und Ausrüstung mit sich. Dennoch ist und bleibt der Bereich der Personenfotografie derjenige mit der meisten Interaktion mit anderen, unmittelbar am Entstehungsprozess der Fotos beteiligten Personen. Das macht es in meinen Augen natürlich umso reizvoller, aber auch umso schwieriger.
Durch die Abhängigkeit von anderen Personen hat man nämlich immer auch das Problem der Terminabsprachen und der Zuverlässigkeit. Häufig ist man unter der Woche anders eingespannt und will nicht erst um 18 Uhr ein 3-4 Stunden-Shooting anfangen. Somit ist man schonmal auf das Wochenende eingeschränkt. Kommt es dann noch zu spontanen Absagen, ist die Möglichkeit zu Fotografieren schnell auf ein Minimum beschränkt und es sind wieder zwei Wochen rum ohne Shooting.
Bei kurzfristigen oder nicht vorhandenen Absagen frage ich mich doch hin und wieder: Wo bleibt da das Pflichtgefühl und der Respekt den anderen Beteiligten gegenüber?
Was heutzutage durch den Kontakt via Internet wohl völlig auf der Strecke bleibt, ist das Bewusstsein, dass hinter der E-Mailadresse auch jemand stecken könnte, der das, was man da kommuniziert und abspricht auch ernst meinen könnte. In jedem anderen, alltäglichen Bereich ist so ein Verhalten nicht denkenswert oder wer würde zum Geschäftstermin einfach nicht erscheinen?



